Demo: Mehr Theater muss sein !

Da war aber was los!

 

Nach zwei Tagen voll schöner, spannender Aufführungen und Workshops fand die Demonstration für Kunst und Kultur am Samstag, dem 26. Juni 2010 endlich statt. Die gemeinsame Performance der jugendlichen TeilnehmerInnen des Festivals einigte ihr politisches und künstlerisches Engagement. Die Forderungen von den Jugendlichen können Sie hier herunterladen

 

Die Forderungen wurden auch persönlich von einer Delegation der Jugendklubs an den Bürgermeister bzw. an seine Stellvertreterinnen überreicht mit der Bitte, sie weiterzuleiten. Wie es gelaufen ist, können Sie hier anschauen.

 

Zwei Stunden lang demonstrierten die Jugendlichen mit Begeisterung und Energie vom Podewil bis zum Roten Rathaus mit einer Kundgebung auf dem Alex. Neugierig fragten die Passanten "Was ist denn da los?" und die Antwort lautete natürlich: MEHR THEATER MUSS SEIN !

 

Die Demo erlaubte allen Teilnehmenden die in den Festival-Workshops entwickelte Arbeit zu sehen und sogar mitzumachen!

 

Der große Erfolg der Opern- Electromusik ließ nicht lange auf sich warten. Nachfrage auf der Straße: "Was ist das für eine geile Musik? Wo kann ich sie finden?" Antwort: Jetzt und hier!


Anleitung zum Herunterladen:

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Zum Hören reicht einfach ein Klick auf den Link!

 

 

 

Beide Songs wurden von den Jugendlichen vom Opern-Elektromusik-Workshop der Klubszene 2010 gemixt,  unter der Leitung von Nils Strunk, Mathias Tönges & Donatus Herre.

 

 


                                                     
 
Berlin, den 26.6.2010




„Mehr Theater muss sein“



Sehr geehrte Damen und Herren,

Immer wieder wird in Berlin von Mängeln im Bereich der Bildung, insbesondere der kulturellen Bildung gesprochen. Dennoch haben sich Streichungen und Kürzungen der Fördergelder in der letzten Zeit gehäuft.
Die Jugendlichen in den Jugendclubs der Berliner Bühnen, haben sich deshalb zusammen getan und die folgenden Forderungen ausgearbeitet, die in hohem Maße zu einer Stärkung der Jugendkulturlandschaft Berlins beitragen können.

I)    Jugendclubs in Theatern

In Berlin gehört mittlerweile zu jedem größeren Theater ein Jugendclub. Unter theaterpädagogischer Leitung setzen sich die Jugendlichen theatral und performativ mit Problemen ihrer Generation und ihrer gesellschaftlichen Rolle auseinander. Gleichzeitig können sie die theaterbetriebliche Struktur und Arbeitsweise eines Theaters in ihrer Gänze  entdecken.
Inzwischen bewerben sich circa 10 Jugendliche auf einen Teilnehmerplatz. Die Arbeit der Jugendclubs hat meist jedoch keinen gleichberechtigten Stand gegenüber anderen Produktionen der Häuser und wird in der Finanzierung nicht genug berücksichtigt.
Deshalb fordern wir eine massive Förderung der Jugendarbeit an den Berliner Bühnen!

1.    Wir fordern mehr Geld für die künstlerische Arbeit und Produktionen mit Jugendlichen in Jugendclubs!

2.    Wir fordern bessere Förderung des öffentlichen Interesses für die bestehenden Jugendclubs an den Theatern!





II)    Theater und Schule

Das Projekt TUSCH (Theater und Schule) existiert bereits seit 1998, ist vom Senat gefördert und ermöglicht circa 40 Schulen und 35 Bühnen pro Jahr die Zusammenarbeit. Seine Finanzierung wird stetig ausgebaut. Leider ist der Betrag pro Schule häufig zu gering für Materialkosten und Arbeitsaufwand. Zudem ermöglicht TUSCH nur einem sehr geringen Teil der rund 800 Schulen in Berlin eine Zusammenarbeit mit einem Berliner Theater.
Darüber hinaus gibt es inzwischen den Projektfond der Kulturprojekte Berlin GmbH, der jedoch mit viel zu wenig Mitteln ausgestattet ist.
Über den Jugendkulturservice kann für Schulklassen ein Ermäßigungsschein für ein breites Angebot an Kinder- und Jugendtheatern angefordert werden.
Allerdings sieht der Berliner Rahmenplan keine Theaterbesuche während der Unterrichtszeit vor. Deshalb fordern wir mehr Theaterangebote in Bildungseinrichtungen für jede Altersgruppe!

1.    Wir fordern einen qualitativ besseren Theaterunterricht in Bildungseinrichtungen jeder Altersgruppe durch professionell ausgebildete Theaterschaffende!

2.    Wir fordern die Möglichkeit, einen Leistungskurs im Fach Darstellendes Spiel zu wählen!

3.    Wir fordern mehr Schulen (auch weiterführende) mit Schwerpunkt Theater!

4.    Wir fordern, dass der Geldbeutel nicht über einen Theaterbesuch entscheidet!

5.    Wir fordern, dass Theaterbesuche im Rahmen des regulären Unterrichts durchgeführt werden können und Theater als „Außerschulischer Lernort“ anerkannt wird!




III)    Schule und Ausbildung


Im schulischen Bereich findet man an allgemeinbildenden Schulen einen geringeren Status der geisteswissenschaftlichen und künstlerischen gegenüber den naturwissenschaftlichen Fächern.
Gerade Berlin hat als Haupt- und Kulturstadt hat ein breites Angebot an künstlerischen und geisteswissenschaftlichen Studiengängen. Viele der staatlichen Universitäten bieten viele geisteswissenschaftliche und praktisch orientierte Studiengänge an. Allerdings stehen hohe Zugangshürden, wie Numerus Clausus und Gebühren, einer freien Auswahl im Wege. Deshalb fordern wir Bildungsmöglichkeiten im künstlerischen Bereich für alle!




1.     Wir fordern eine Gleichberechtigung der künstlerisch orientierten Fächer gegenüber Naturwissenschafts- und Kernfächern in Stundenanzahl, Exkursionsmöglichkeiten und dem Austausch mit anderen Schulen!

2.    Wir fordern leichtere Zugänge zu allen künstlerischen und geisteswissenschaftlichen Studiengängen und speziell zur Schauspielausbildung mehr Plätze an staatlichen Schulen!

3.    Wir fordern mehr Informationen zu Veranstaltungen und   Ausbildungsmöglichkeiten in der kulturellen Jugendbildung!





IV)    Jugendzentren

Derzeit existieren 400 Jugendfreizeitstätten in Berlin. Jugendliche können dort in ihrer Freizeit kreativ und künstlerisch aktiv werden. Freizeitgestaltung über den Unterricht hinaus führt bei Jugendlichen zu höherer Lernbereitschaft und gesteigerter Sensibilisierung für ihre Umwelt.
Immer mehr Zentren müssen aufgrund finanzieller Engpässe Stellen streichen, ihre Strukturen verändern oder sogar ganz geschlossen werden. Zudem erhalten staatliche Honorarmittel meist nur den eigentlichen Betrieb aufrecht, sodass für spezielle Interessensangebote kein Etat zur Verfügung steht. Dadurch entsteht die Gefahr des Unterangebots von Jugendarbeit.

Wir wollen massive Förderung der Jugendfreizeitstätten!





V)    Raum für Kunst


Viele Jugendliche in Berlin beschäftigen sich mit der Frage, wie die Stadt als Raum für Kunst fungieren kann. Immer wieder gibt es Diskussionen über friedliche Flashmobaktionen, unabhängig davon, ob diese eine politische Botschaft vermitteln oder nicht. Ein Großteil von Projekten, an denen sich Jugendliche in einer leitenden Funktion aktiv beteiligen können, werden über den Berliner Projektfond Kulturelle Bildung finanziert. Dennoch ist Kunst von Jugendlichen immer abhängig von Institutionen wie Schulen oder Theater.
Künstlerischer Ausdruck auf der Straße braucht immer eine staatliche Genehmigung.
Deshalb fordern wir mehr Raum für Kunst im Alltag Berlins!







1.    Wir fordern, dass mehr Schul,- Bezirks-, Länder-, Europa-, Generations- und Kulturübergreifende Projekte ermöglicht werden! 

2.    Wir fordern, dass öffentliche Kunst, z. B. Straßenmusik und Graffity, ohne bürokratischen Aufwand ermöglicht wird, also kostenlosen legalen Zugang zu öffentlichen Plätzen!
 
3.    Wir fordern neben den professionell angeleiteten Angeboten eine bessere finanzielle Unterstützung von freien und institutions-unabhängigen Projekten unter der Leitung von Jugendlichen!




Die Jugendlichen der Klubszene 2010